Bundesweite Umfrage zeigt: Eltern glauben an bessere Schulleistungen durch digitale Lernmedien wie Smartphones, Tablets und Computer
4. Mai 2016
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Bundesweite Umfrage zeigt: Eltern halten individuelle Förderangebote an Schulen für ausbaufähig

Zwar gibt es bereits an vielen Schulen individuelle Lernförderungsangebote wie beispielsweise Einzelunterricht, Paten- und Mentorenmodelle oder Lerncoaches. Die Qualität dieser Angebote ist nach Meinung von Eltern aber deutlich optimierungsbedürftig. Dies geht aus einer bundesweiten Umfrage des Instituts für Individuelles Lernen (IlLe) in Kooperation mit dem Nachhilfe-Anbieter „Studienkreis“ hervor. Befragt wurden 1440 Eltern von Nachhilfe-Kindern. Über 42 Prozent der befragten Eltern bewerten die Förderangebote an Schulen als qualitativ unzureichend. Gerade einmal 15 Prozent sind von der Qualität der Förderangebote überzeugt und glauben, dass ihre Kinder dadurch ihre Schulleistungen verbessern.


In der Debatte um bessere Bildungschancen ist individuelle Förderung in der Schule eine zentrale Forderung. Auch sind Eltern von der positiven Wirkung von Förderangeboten überzeugt: Knapp 68 Prozent der befragten Eltern glauben, dass Kinder, die an Schulen mit individuellen Lernförderkonzepten unterrichtet werden, tendenziell bessere Schulleistungen haben als Kinder an Schulen ohne individuelle Lernförderkonzepte..

Dabei sehen sie allerdings noch deutlich Luft nach oben: Knapp jedes zweite Elternpaar (47 Prozent) ist der Meinung, dass die Lehrer an der Schule zu wenig auf die Stärken und Schwächen ihrer Kinder eingehen. Gleichzeitig sind aber auch rund 47 Prozent der befragten Eltern überzeugt, dass die Lehrer aufgrund der Klassengröße nicht gezielt auf die individuellen Stärken und Schwächen eingehen können. Der Wunsch, dass Lehrer ihre Kinder gezielter und individueller fördern, ist dementsprechend hoch: 8 von 10 befragten Eltern (80 Prozent) sprechen sich dafür aus.

Große Einigkeit unter den befragten Eltern herrscht auch darüber, in welchen Kompetenzen ihre Kinder in der Schule gezielt gefördert werden sollten: An Platz 1 geben über 96 Prozent der Eltern Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen an. Interessanterweise stehen an Platz 2 nicht die Naturwissenschaften, Sport, Religion oder Kunst, sondern eine gezielte schulische Förderung in den Bereichen Sozialkompetenz (94 Prozent) und Persönlichkeitsentwicklung (93 Prozent) ihrer Kinder.

„Für Schulen ist die Einrichtung von individuellen Förderkonzepten eine große Herausforderung. Denn zum einen gelten festgelegte Lehrpläne, zum anderen bringt jeder Schüler sein individuelles Vorwissen und seine persönlichen Fähigkeiten mit. Notwendige Erfolgsbaustein sind eine intensive Begleitung und gleichzeitiges Hinterfragen des Lernprozesses“, erklärt der pädagogische Leiter der Studienkreis Nachhilfe, Max Kade.

Das Institut für Individuelles Lernen (IILe) initiiert und koordiniert Studien rund um das Thema Lernen und Förderung. Es steht in engem Austausch mit Marktanbietern zu diesem Thema und vernetzt, wo es aufgrund empirischer Beobachtungen Bedarfe sieht. Dabei geht es dem IILe stets um mehr als um die bloße Detektierung und Beschreibung von Defiziten und Fehlentwicklung in der Bildungslandschaft. Durch ein gezieltes Verknüpfen von Expertenwissen und das Weiterdenken von Handlungsalternativen ist das IILe als "Think Tank" ein aktiver Partner im gesellschaftlichen Diskurs.

Dabei setzt das IILe auch auf Input von ausgewiesenen Bildungs-Experten, die an einer gemeinsamen Weiterentwicklung des Themas "individuelle Förderung" interessiert sind. Denn nur in einer breit angelegten Bündelung von Kompetenzen und Know-How können die Herausforderungen der Zukunft in Sachen Bildung und Förderung gelingen.