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Bundesweite Umfrage zeigt: Eltern glauben an bessere Schulleistungen durch digitale Lernmedien wie Smartphones, Tablets und Computer

Wenn es nach den Eltern geht, sollten digitale Medien im Schul- und Lernalltag ihrer Kinder präsenter sein als bisher, da sie deren Schulleistungen positiv beeinflussen können. Dies geht aus einer Umfrage des Instituts für Individuelles Lernen (IlLe) in Kooperation mit dem Nachhilfe-Anbieter „Studienkreis“ unter bundesweit 1440 Eltern von Nachhilfe-Kindern hervor. 9 von 10 befragten Eltern sind überzeugt: Die Nutzung digitaler Medien im Unterricht und beim Lernen verbessert entweder die Schulleistungen ihrer Kinder (34 Prozent) oder wirkt sich zumindest nicht negativ darauf aus (59 Prozent). Lediglich 11 Prozent sind der Meinung, dass digitale Medien wie Smartphones, Tablets oder Computer im Unterricht nichts verloren haben. Jedes Dritte Elternteil (34 Prozent) vertritt zudem die Auffassung, dass digitale Medien zur Vermittlung des Lernstoffes regelmäßig im Unterricht eingesetzt werden und eine selbstverständliche Rolle spielen sollten.


Die digitale Revolution macht also auch vor der Schule nicht halt. Smartphones, Tablets und Computer haben Einzug in die Klassenzimmer gehalten und werden zur Wissensvermittlung genutzt. Dazu passt, dass 48% der befragten Eltern angeben, dass ihre Kinder den Laptop oder Computer täglich bis alle 2-3 Tage zum Lernen nutzen. Smartphones rangieren dicht dahinter auf Platz 2 (43 Prozent). Tablets sind dagegen etwas abgeschlagen: Bei Lediglich 20 Prozent der befragten Eltern nutzen ihre Kinder das Tablet höchstens einmal wöchentlich zum Lernen.

Jedes dritte Elternpaar ist davon überzeugt, dass die Nutzung von digitalen Medien wie Tablets, Computer oder Smartphones im Unterricht und zum Lernen die Schulleistungen ihrer Kinder verbessert. Interessant dabei: Schüler mit den Notendurchschnitten „sehr gut“ und „gut“ nutzen überdurchschnittlich häufiger digitale Medien zum Lernen als Schüler mit den Notendurchschnitten „ausreichend“ und „mangelhaft“. 8 von 10 Schülern (81 Prozent) aus dem Einser- und Zweierbereich greifen zum Lernen auf digitale Medien zurück, bei den Vierer- und Fünferkandidaten sind es noch nicht einmal 3 von 10 Schülern (25 Prozent).

„Wenn sie sinnvoll in den Unterricht integriert werden, können digitale Medien selbstständiges und kooperatives Lernen fördern und dabei helfen das Lernen und den Schulunterricht aktiver zu gestalten. Zugleich lässt sich durch eine intelligente Nutzung von Tablets und Smartphones wunderbar Medienkompetenz vermitteln“, erklärt der pädagogische Leiter des Studienkreises, Max Kade.“ Deutschland scheint jedoch bei der Nutzung von digitalen Medien im Unterricht noch Nachholbedarf zu haben: Nach der International Computer and Information Literacy Study aus 2013 ist Deutschland nur internationales Schlusslicht. Auch schnitten deutsche Schüler der Studie nach bei der Medienkompetenz nur mittelmäßig ab. „Eltern von Kindern mit guten Noten geben an, dass ihre Kinder Smartphone und Tablet durchaus zum Lernen nutzen dürfen. Hier scheint es womöglich sogar einen positiven Einfluss auf die Leistung zu geben, was ich interessant finde“, so Kade.

Das Institut für Individuelles Lernen (IILe) initiiert und koordiniert Studien rund um das Thema Lernen und Förderung. Es steht in engem Austausch mit Marktanbietern zu diesem Thema und vernetzt, wo es aufgrund empirischer Beobachtungen Bedarfe sieht. Dabei geht es dem IILe stets um mehr als um die bloße Detektierung und Beschreibung von Defiziten und Fehlentwicklung in der Bildungslandschaft. Durch ein gezieltes Verknüpfen von Expertenwissen und das Weiterdenken von Handlungsalternativen ist das IILe als "Think Tank" ein aktiver Partner im gesellschaftlichen Diskurs.

Dabei setzt das IILe auch auf Input von ausgewiesenen Bildungs-Experten, die an einer gemeinsamen Weiterentwicklung des Themas "individuelle Förderung" interessiert sind. Denn nur in einer breit angelegten Bündelung von Kompetenzen und Know-How können die Herausforderungen der Zukunft in Sachen Bildung und Förderung gelingen.