Bundesweite Umfrage zeigt: Eltern glauben an bessere Schulleistungen durch digitale Lernmedien wie Smartphones, Tablets und Computer
4. Mai 2016
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Bundesweite Umfrage ergibt: Rund 50 Prozent der Eltern investieren längerfristig in die Nachhilfe ihrer Kinder

Wer einmal seinem Kind Nachhilfe ermöglicht, bleibt oft über längere Zeit dabei - selbst wenn die einst schlechte Note längst wieder aufgeholt ist. Dies geht aus einer Umfrage des Instituts für Individuelles Lernen (IILe) in Kooperation mit dem Nachhilfe-Anbieter „Studienkreis“ unter bundesweit 1440 Eltern von Nachhilfe-Kindern hervor. Demnach haben nach 6 Monaten nur rund zwei von zehn Eltern (19 Prozent) ein klares Ziel vor Augen, das sie mit dem Einsatz von Nachhilfe kurzfristig erreichen wollen; dazu zählt z.B. der konkrete Wunsch „Bis die fünf weg ist“ (1,9 Prozent). Umgekehrt bedeutet dies: Viele Eltern setzen heutzutage auf Nachhilfe, die ihr Kind schulbegleitend über einen längeren Zeitraum unterstützt - in mehr als jedem vierten Fall (26,2 Prozent) sogar bis zum Schulabschluss, so das Umfrage-Ergebnis.


Eine akut schlechte Note mag also immer noch in mancher Familie der letzte Auslöser sein, Nachhilfe für das eigene Kind zu organisieren. Die Strategie von Eltern reicht dann aber meist darüber hinaus. Interessant hierbei: Immerhin fast zehn Prozent der Eltern verweisen in der von IlLe und „Studienkreis“ gemeinsam durchgeführten Erhebung sogar ganz ausdrücklich darauf, dass sie Nachhilfe ermöglichen, solange das Kind die Nachhilfe möchte (4,9 Prozent) bzw. damit das Kind sich wohlfühle (3,8 Prozent). Sie überlassen damit ihren Kindern die Entscheidung über die Dauer der Nachhilfe. In den anderen Elternantworten (z.B. „Bis Ende der Schulzeit“) schwingt diese Überzeugung ebenfalls mit. „Kurzfristige Feuerwehrnachhilfe löst häufig das akute Problem, wirkt jedoch nicht immer dauerhaft. Unsere Erfahrung zeigt, dass viele Eltern langfristiger planen, was sich auch in der Untersuchung zeigt.“, erläutert der pädagogische Leiter des Studienkreises Max Kade.

Mit den nahenden Halbjahres-Zeugnissen an bundesdeutschen Schulen stellt sich auch in diesem Jahr wieder in vielen Familien die Frage, wie das eigene Kind gefördert werden kann. Rund die Hälfte aller Schüler nimmt während ihrer Schullaufbahn Nachhilfe. Das ist das Ergebnis von bislang unveröffentlichten Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). „Die Schulen haben häufig nicht die Möglichkeiten, individuelle Förderung so zu umzusetzen, wie es nötig wäre und wie sie es selbst wünschen. Dazu kommt: Die steigenden Anforderungen, einen guten Schulabschluss zu erreichen und die Einführung der achtjährigen Gymnasialzeit (G8) haben den Druck in vielen Familien erhöht.“, sagt Kade.

Das Institut für Individuelles Lernen (IILe) initiiert und koordiniert Studien rund um das Thema Lernen und Förderung. Es steht in engem Austausch mit Marktanbietern zu diesem Thema und vernetzt, wo es aufgrund empirischer Beobachtungen Bedarfe sieht. Dabei geht es dem IILe stets um mehr als um die bloße Detektierung und Beschreibung von Defiziten und Fehlentwicklung in der Bildungslandschaft. Durch ein gezieltes Verknüpfen von Expertenwissen und das Weiterdenken von Handlungsalternativen ist das IILe als "Think Tank" ein aktiver Partner im gesellschaftlichen Diskurs.

Dabei setzt das IILe auch auf Input von ausgewiesenen Bildungs-Experten, die an einer gemeinsamen Weiterentwicklung des Themas "individuelle Förderung" interessiert sind. Denn nur in einer breit angelegten Bündelung von Kompetenzen und Know-How können die Herausforderungen der Zukunft in Sachen Bildung und Förderung gelingen.