Hat individuelle Förderung in Zeiten von G8 und großen Klassen versagt? Lernen Schüler bloß nur noch für die Schule und nicht fürs Leben? Mit einer groß angelegten Umfrage will das Institut für Individuelles Lernen (IILe) in Zusammenarbeit mit dem Nachhilfe-Anbieter „Studienkreis“ mehr Licht in die Lernbedingungen von Deutschlands Schülern bringen. Über 17.000 Eltern, deren Schüler Nachhilfe nutzen, wurden dazu angeschrieben. Noch läuft die Studie, doch schon jetzt wird deutlich, dass das IILe einen Nerv im deutschen Bildungssystem getroffen hat.

Kaum ein Monat vergeht, in dem Bildungspolitiker nicht betonen, wie wichtig eine individuelle Förderung der heranwachsenden Generation für den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft ist. Doch Bildung ist in Deutschland in erster Linie Ländersache und damit letztlich ein Prozess der unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Während einige Bundesländer deutliche Vorreiter bei der Umsetzung der Rahmenbedingungen für individuelles Lernen sind, hinken andere noch hinterher. Das sorgt letztlich für ungleiche Wettbewerbsbedingungen auf dem Arbeitsmarkt und schafft viel Unmut unter Lehrern, Eltern und Schülern.

Mit der Umfrage will das IILe Schwachstellen des Bildungssystems auf dem Weg zur individuellen Förderung verorten, Potentiale herausarbeiten und letztlich auch Handlungsempfehlungen an die Teilnehmer im Bildungsprozess geben. Die ersten Ergebnisse der Studie werden voraussichtlich Anfang 2016 veröffentlicht.