Halbtags- oder Ganztagsschule, Waldorfschule, Gesamtschule oder doch Hauptschule, Realschule oder Gymnasium – die Frage nach der passenden Schule für sein Kind muss jedes Elternteil irgendwann beantworten. Doch wie findet man die „richtige“ Schule? Welche Kriterien sind wichtig, woran können sich Eltern orientieren? Das Institut für Individuelles Lernen gibt 4 Tipps, an denen sich Eltern bei der Schulwahl für ihre Kinder orientieren können.

Tipp 1: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Wünsche
Wie lange sollte der Schulweg maximal dauern? Gibt es Präferenzen bzgl. Halbtags- oder Ganztagsunterricht? Legen Sie hohen Wert auf besondere sportliche oder kreative Angebote? Wie wichtig ist Ihnen die digitale Ausstattung der Schule? Auf welche Schule gehen die Freunde Ihres Kindes? Mit diesen Fragen sollten Sie die Suche nach der passenden Schule beginnen, um sich ein möglichst klares Bild davon zu machen, worauf es Ihnen und Ihrem Kind bei der zukünftigen Schule ankommt. Denken Sie an Ihre eigene Schulzeit und versetzen sich in die Lage Ihres Kindes. Gleichzeitig wissen Sie als Eltern um die Fähigkeiten und Bedürfnisse Ihres Kindes. Tauschen Sie sich deshalb gemeinsam darüber aus, worauf sie beide bei der Auswahl der richtigen Schule Wert legen. Berücksichtigen Sie aber dabei, dass Kinder in diesem Alter die Tragweite der Entscheidung noch nicht in vollem Ausmaß abschätzen können. Manchmal zählt am meisten, ob Freund oder Freundin auf dieselbe Schule gehen werden.

Tipp 2: Informieren Sie sich über die unterschiedlichen Schulformen
In Deutschland ist das Schulwesen im Wesentlichen Ländersache. Dadurch existiert eine beachtliche Anzahl an unterschiedlichen Schulformen, die von Bundesland zu Bundesland variieren können. In manchen Ländern ist die Empfehlung der Grundschule für die Auswahl der weiterführenden Schule bindend, in anderen Ländern entscheidet der Elternwille. Sie sollten die Empfehlung der Schule aber auf jeden Fall bei Ihrer Wahl berücksichtigen. Informieren Sie sich über die verschiedenen Schulformen in Ihrem Bundesland und grenzen so die Suche nach der für Ihr Kind passenden Schule weiter ein. Soll es das klassische dreigliedrige Schulsystem sein? Kommt eine Gesamtschule in Frage? Oder sind Privatschulen eine Option? Präferieren Sie eher Ganztags- oder Halbtagsunterricht? Informationen zu den im jeweiligen Bundesland bestehenden Schulformen finden Sie unter anderem bei den entsprechenden Landesministerien, wie beispielsweise beim Schulministerium NRW. Viele aktuelle Informationen zu den verschiedenen Schulsystemen der Länder finden Sie auch unter https://www.studienkreis.de/infothek/bundeslandinfos.html.

Tipp 3: Fragen Sie nach Konzepten und Methoden der individuellen Förderung
Konzepte und Ansätze zur individuellen Förderung von Schülern existieren bereits an vielen Schulen. Zudem ist in einigen Bundesländern das Recht auf individuelle Förderung gesetzlich verankert, beispielsweise in NRW. Allerdings bestehen starke Unterschiede bei der Umsetzung der Konzepte an Schulen. Fragen Sie deshalb konkret nach den Formen von individueller Unterstützung an den Schulen, die Sie ins Auge gefasst haben. Gibt es Pflicht- und Wahlunterricht und wird Förderunterricht angeboten? Bestehen Arbeitsgemeinschaften und Mentorenmodelle? Werden die unterschiedlichen Lernstände von Schülern berücksichtigt? Wie ist der Umgang mit kultureller Vielfalt? Welche Zusatzangebote existieren für die Entwicklung von Soft Skills? Wie sieht das generelle Schulprogramm aus? Erkundigen Sie sich bei der Schulleitung nach den Lehr- und Lernkonzepten der Schule und verschaffen sich so einen Überblick über die Förderangebote der Schulen. Informationen zu Methoden und Ansätzen von individueller Förderung finden Sie beispielsweise auf www.individuell-foerdern.de. Zu den Gestaltungsmöglichkeiten von individueller Förderung in der Schule informiert zudem die Bundeszentrale für politische Bildung.

Tipp 4: Machen Sie sich mit Ihrem Kind ein Bild vor Ort
Haben Sie die ersten drei Schritte erfolgreich abgehakt und eine Auswahl an potentiellen Schulen für Ihr Kind getroffen, machen Sie nun den Praxistest. Verschaffen Sie sich direkt und mit Ihrem Kind ein Bild von der Schule, den Räumlichkeiten und den Lehrern vor Ort. Nutzen Sie beispielsweise Angebote wie „Tag der offenen Tür“, Informationsabende oder Eltern-Lehrer-Gespräche. Oder beobachten Sie Pausensituationen, um ein Gefühl für die Atmosphäre zu bekommen. Sprechen Sie auch mit Freunden und Bekannten, die die Schule bereits von ihrem Kind kennen. Achten Sie beim Rundgang auch auf das Verhalten Ihres Kindes: Wie fühlt es sich in der Schulumgebung? Wie wird es von Lehrern angesprochen? Sammeln Sie so viele Eindrücke wie möglich, lassen Sie später nochmal Revue passieren und halten positive und negative Punkte schriftlich fest. So fällt der spätere Vergleich von verschiedenen Schulen leichter.