Digitale Lernangebote bzw. E-Learning gewinnt seit einigen Jahren immer mehr an Bedeutung. Der Markt kennt mittlerweile zahlreiche Anbieter und unterschiedliche technische Lernformate wie Spiele, Apps, Videotutorials oder Online-Nachhilfe. Gleichzeitig ist es um die Medienkompetenz von Schülern nicht besonders gut bestellt – wie beispielsweise die International Computer and Information Literacy Study aus 2013 zeigt. Für viele Eltern stellt sich daher die Frage: Worauf sollen sie beim Umgang ihrer Kinder mit digitalen Medien achten, wenn diese sie zum Lernen nutzen wollen? Das Institut für Individuelles Lernen gibt 5 Tipps, die Eltern Orientierung für ein besseres digitales Lernen geben.

Tipp 1: Finden Sie das passende digitale Lernmedium
Überlegen Sie sich, wofür und wie ihr Kind das digitale Medium nutzen will und soll. Soll es ortsgebunden über einen Desktop-PC online lernen? Oder verinnerlicht es besser den Lernstoff, wenn es mit dem Tablet ortsunabhängig und auch mit weiteren Kindern zusammen lernen kann? Benötigt ihr Kind ein eigenes Gerät oder genügt es, wenn Sie ihm ihres zum Lernen leihen? Für welche digitalen Geräte gibt es die besten Lernangebote? Alle diese Fragen sollten Sie zu Beginn in Betracht ziehen und mit ihrem Kind besprechen. So können Sie Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten abwägen und finden das für ihr Kind passende digitale Lernmedium.

Tipp 2: Seien Sie im Internet nicht blauäugig, aber auch nicht zu kritisch
Das Internet ist eine eigene Welt für sich, die es auch für Kinder zu entdecken gilt. Gleichzeitig müssen Kinder auch vor gewissen Inhalten geschützt werden. Dazu bietet es sich an, die genutzten digitalen Geräte wie Tablet, Smartphone und Computer mit einem Jugendschutzfilter zu versehen. Dieser sorgt dafür, dass nicht jugendfreie Inhalte automatisch für ihr Kind gesperrt werden. Über das Programm meine-startseite.de können Sie zudem die Seiten, auf denen ihr Kind surfen kann, einschränken. Die Websiten www.schau-hin.de und www.klicksafe.de bieten weitere Informationen und Tipps rund um das Thema kindersicheres Internet. Machen Sie sich also schlau, wie Sie das Internet zu einer sicheren Umgebung für ihr Kind machen können, in dem es interessante Dinge lernen kann. Seien Sie aber nicht zu streng mit ihrem Kind und lassen auch seinem Entdeckerdrang genügend Raum.

Tipp 3: Begleiten Sie ihr Kind beim Lernen und sprechen Sie sich ab
Ob ihr Kind viel oder wenig Erfahrung mit digitalen Medien und dem Internet hat, spielt für ihre Begleitung beim Online-Lernen keine Rolle. Wichtig ist, das sie zunächst dabei sind und Sie sich einen Überblick über die Lerninhalte, die dafür benötigte Zeit und den späteren Lernerfolg verschaffen. Sprechen Sie sich dazu mit ihrem Kind ab. Es geht dabei weniger um einen prüfenden Schulterblick und Kontrolle, als vielmehr um das Erlebnis einer gemeinsamen Lernerfahrung. Klappt das digitale Lernen gut, können Sie sich peu a peu weiter zurückziehen und so die Eigenständigkeit ihres Kindes zum Lernen fördern. Seien Sie der persönliche Lerncoach für ihr Kind, der mit Rat und Tat zur Seite steht und auch mal gegensteuert, wenn es nötig sein sollte.

Tipp 4: Überprüfen Sie die Qualität der Lernangebote
Die Auswahl von passenden und seriösen Bildungsanbietern spielt eine zentrale Rolle für den Lernerfolg ihres Kindes. Daneben kosten digitale Lernangebote wie Apps, Spiele und Lernplattformen Geld, das gut investiert sein will. Nehmen Sie sich deshalb Zeit für die Qualitätsprüfung der Bildungsangebote und probieren am besten die Methoden einmal selbst aus. Zudem können Sie sich an bestimmten Gütesiegeln für gute Lernangebote orientieren. Diese werden von unabhängigen Experten und Institutionen nach strengen Qualitätsstandards vergeben. Bekannte Gütesiegel werden zum Beispiel von FragFinn, dem TÜV SÜD oder vom Projekt Giga-Maus vergeben. Das Deutsche Institut für Service-Qualität hat mehrere Lernportale unter die Lupe genommen und bewertet. Ebenso informiert das Verbraucherportal trialo über Online-Nachhilfe, die Nachhilfe des Studienkreises wurde dabei bspw. „sehr gut“ bewertet.

Tipp 5: Vermeiden Sie zu starken Medienkonsum
Die Nutzung von digitalen Medien zum Lernen bietet zugleich das Risiko der Ablenkung: Denn wo ein digitales Medium zum Lernen eingesetzt wird, besteht meist auch Internetzugang und damit die Möglichkeit für ihr Kind sich online auch mit anderen Dingen als mit dem Lernen zu beschäftigen. Zudem: Neben dem digitalen Lernen sollen auch die klassischen „analogen“ Lernformen von ihrem Kind bedient werden können. Begrenzen Sie deshalb die Zeit des „digitalen Lernens“ auf ein bestimmtes Kontingent. Seien Sie aber nicht zu streng und zeigen sich flexibel, denn gewisse Aufgaben erledigt ihr Kind schneller als andere. Wichtig ist, dass sich ihr Kind bewusst auf die Online-Lernzeit einstellt und dies auch als eigene Qualität zu wertschätzen weiß. Sie kennen ihr Kind am besten und können gemeinsam mit ihm das persönliche Zeitpensum zum digitalen Lernen vereinbaren.